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October 27 2010
Trigramm
Lange nichts von mir gehört? Einiges ist im Umbruch: Nach genau vier Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Bundestagsabgeordneten freue ich mich, nun wieder selbständig zu arbeiten.
Zur Zeit gründe ich eine Agentur für Politik- und Organisationsberatung, Projektmanagement, Politikvermittlung: Trigramm. Wir sind bundesweit tätig, mit Stützpunkten in Bremen und Berlin.
Zur Zeit gründe ich eine Agentur für Politik- und Organisationsberatung, Projektmanagement, Politikvermittlung: Trigramm. Wir sind bundesweit tätig, mit Stützpunkten in Bremen und Berlin.
Ich freue mich auf neue Erfahrungen ebenso wie auf die Fortsetzung von bewährten Arbeitsbeziehungen!
Norbert Schepers
September 18 2010
Macht und Verwaltung im postinstitutionellen Staat
Thesen zum eGovernment von Christoph Engemann und Norbert Schepers
Ziel des E-Government ist die Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge: Elektronischer Personalausweis, digitale Gesundheitskarte und Jobcard-Verfahren statten demnächst alle BürgerInnen mit eindeutigen und rechtsverbindlichen digitalen Identitäten aus. Mit der elektronischen Identität wandern die Schnittstellen zur staatlichen Verwaltung in die Brieftaschen der BürgerInnen. Der Mensch ist somit virtuell immer im Beisein des Staates. Dies ist keine „orwellianische Figur“ – der Staat beobachtet die Menschen nicht permanent, er gibt ihnen „lediglich“ ein digitales Medium, mit dem sie sich selbst dokumentieren können und somit für den Staat lesbar werden. Das Wissen darum, dass alles Handeln automatisch personenbezogen gespeichert wird, befördert Selbst-Regierung durch Selbst-Disziplinierung. Der herkömmliche Datenschutz wird zunehmend seiner Grundlagen entledigt; Aussichten auf Emanzipation liegen in Ausgestaltungsformen, die für BürgerInnen ein Maximum an Verfügungsgewalt an sämtlichen Daten gestattet: Das würde konsequenterweise bedeuten, dass keine Transaktion mit Daten einer Person stattfinden kann, ohne dass diese die Verwendung dieser konkreten Daten zuvor authentifiziert hat.
Das vollständige Thesenpapier habe ich bei der AG Digitale Demokratie (auch als PDF) gepostet.
Die eGovernment-Thesen entstanden im November 2008 für eine interne Debatte zum Thema Demokratie, Herrschaft, Verwaltung; nun veröffentlicht aus Anlass der Tagung Kapitalismus dot com.
Ziel des E-Government ist die Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge: Elektronischer Personalausweis, digitale Gesundheitskarte und Jobcard-Verfahren statten demnächst alle BürgerInnen mit eindeutigen und rechtsverbindlichen digitalen Identitäten aus. Mit der elektronischen Identität wandern die Schnittstellen zur staatlichen Verwaltung in die Brieftaschen der BürgerInnen. Der Mensch ist somit virtuell immer im Beisein des Staates. Dies ist keine „orwellianische Figur“ – der Staat beobachtet die Menschen nicht permanent, er gibt ihnen „lediglich“ ein digitales Medium, mit dem sie sich selbst dokumentieren können und somit für den Staat lesbar werden. Das Wissen darum, dass alles Handeln automatisch personenbezogen gespeichert wird, befördert Selbst-Regierung durch Selbst-Disziplinierung. Der herkömmliche Datenschutz wird zunehmend seiner Grundlagen entledigt; Aussichten auf Emanzipation liegen in Ausgestaltungsformen, die für BürgerInnen ein Maximum an Verfügungsgewalt an sämtlichen Daten gestattet: Das würde konsequenterweise bedeuten, dass keine Transaktion mit Daten einer Person stattfinden kann, ohne dass diese die Verwendung dieser konkreten Daten zuvor authentifiziert hat.
Das vollständige Thesenpapier habe ich bei der AG Digitale Demokratie (auch als PDF) gepostet.
Die eGovernment-Thesen entstanden im November 2008 für eine interne Debatte zum Thema Demokratie, Herrschaft, Verwaltung; nun veröffentlicht aus Anlass der Tagung Kapitalismus dot com.
May 03 2010
Kapitalismus dot com - Berlin, 29.05.2010
Kapitalismus dot com
Digitale Produktionsverhältnisse und politische Perspektiven
Tagung in Berlin, 29. Mai 2010, 10 Uhr bis 17:30 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Die Entwicklung von Technologien ist wesentlicher Bestandteil kapitalistischer Reproduktion. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die kapitalistische Dynamik durch digitale Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt. Von der "Wissens- und Informationsgesellschaft" ist die Rede, von der "Digitalen Revolution", dem "Information Super Highway" oder dem "Cyberspace". Die neuen Technologien durchdringen alle Sphären bürgerlicher Gesellschaft wie Kapital, Eigentum, Arbeit, Staat, Recht und Öffentlichkeit. Diese waren zwar in der Geschichte der Linken immer wieder Gegenstand politischer Kritik und Praxis, vor dem Hintergrund der "digitalisierten" gesellschaftlichen Realität stellt sich jedoch die Frage einer angemessenen Situationsanalyse und Ausrichtung emanzipativer Politik neu. Entsprechend sollen auf der Tagung folgende Fragen diskutiert werden: Wie funktioniert Ausbeutung und Herrschaft im "digitalisierten" Kapitalismus? Welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, Kräfteverhältnisse und Widerstandspotentiale entstehen? Welche Debatten werden darum geführt und wie könnte linke Intervention aussehen?
Programm
10 Uhr - 11 Uhr Begrüßung und Key-Note
Die globale Wissensökonomie
* Ursula Huws, International Labour Studies, London
11.15 bis 13 Uhr
Konflikte um Arbeit und Eigentum im "digitalen" Kapitalismus
* Andrea Baukrowitz, Volkswirtin, Frankfurt
* Nadine Müller, Sozialwissenschaftlerin, Berlin
* Stefan Meretz, Informatiker, Keimform.de, Berlin
* Moderation: Sabine Nuss, Rosa-Luxemburg-Stiftung
13 bis 14 Uhr Mittagessen
14 bis 15.30 Uhr
Regieren und Regiert werden 2.0
* Christoph Engemann, Medienwissenschaftler, Bauhaus-Universität Weimar
* Boris Traue, Soziologe, Goldsmith College, London
* Albrecht Maurer, Referent für Innenpolitik, Bundestagsfraktion DIE LINKE
* Moderation: Lars Bretthauer, Politologe, reflect - Assoziation für politische Bildung und Gesellschaftsforschung
15.30 bis 16 Uhr Kaffee
16 bis 17.30 Uhr
Linke Intervention und Digitalisierung
* Norbert Schepers, AG Digitale Demokratie und Rosa-Luxemburg-Stiftung
* Susanne Lang, Psychologin, Redakteurin bei "Verbraucher sicher online"
* Constanze Kurz, Chaos Computer Club
* Tobias Schulze, Referent für Wissenschaft und Technologie, Bundestagsfraktion DIE LINKE
* Moderation: Katharina Weise, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der »Helle Panke« e.V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin.
Anmeldung an die Helle Panke, per Formular oder per Mail an info [at] helle-panke [dot] de
Kosten: 5 Euro (Essen und Getränke inklusive), Ermäßigung auf Anfrage möglich.
Kontakt: Sabine Nuss, Rosa-Luxemburg-Stiftung, nuss [at] rosalux [dot] de
Digitale Produktionsverhältnisse und politische Perspektiven
Tagung in Berlin, 29. Mai 2010, 10 Uhr bis 17:30 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Die Entwicklung von Technologien ist wesentlicher Bestandteil kapitalistischer Reproduktion. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die kapitalistische Dynamik durch digitale Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt. Von der "Wissens- und Informationsgesellschaft" ist die Rede, von der "Digitalen Revolution", dem "Information Super Highway" oder dem "Cyberspace". Die neuen Technologien durchdringen alle Sphären bürgerlicher Gesellschaft wie Kapital, Eigentum, Arbeit, Staat, Recht und Öffentlichkeit. Diese waren zwar in der Geschichte der Linken immer wieder Gegenstand politischer Kritik und Praxis, vor dem Hintergrund der "digitalisierten" gesellschaftlichen Realität stellt sich jedoch die Frage einer angemessenen Situationsanalyse und Ausrichtung emanzipativer Politik neu. Entsprechend sollen auf der Tagung folgende Fragen diskutiert werden: Wie funktioniert Ausbeutung und Herrschaft im "digitalisierten" Kapitalismus? Welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, Kräfteverhältnisse und Widerstandspotentiale entstehen? Welche Debatten werden darum geführt und wie könnte linke Intervention aussehen?
Programm
10 Uhr - 11 Uhr Begrüßung und Key-Note
Die globale Wissensökonomie
* Ursula Huws, International Labour Studies, London
11.15 bis 13 Uhr
Konflikte um Arbeit und Eigentum im "digitalen" Kapitalismus
* Andrea Baukrowitz, Volkswirtin, Frankfurt
* Nadine Müller, Sozialwissenschaftlerin, Berlin
* Stefan Meretz, Informatiker, Keimform.de, Berlin
* Moderation: Sabine Nuss, Rosa-Luxemburg-Stiftung
13 bis 14 Uhr Mittagessen
14 bis 15.30 Uhr
Regieren und Regiert werden 2.0
* Christoph Engemann, Medienwissenschaftler, Bauhaus-Universität Weimar
* Boris Traue, Soziologe, Goldsmith College, London
* Albrecht Maurer, Referent für Innenpolitik, Bundestagsfraktion DIE LINKE
* Moderation: Lars Bretthauer, Politologe, reflect - Assoziation für politische Bildung und Gesellschaftsforschung
15.30 bis 16 Uhr Kaffee
16 bis 17.30 Uhr
Linke Intervention und Digitalisierung
* Norbert Schepers, AG Digitale Demokratie und Rosa-Luxemburg-Stiftung
* Susanne Lang, Psychologin, Redakteurin bei "Verbraucher sicher online"
* Constanze Kurz, Chaos Computer Club
* Tobias Schulze, Referent für Wissenschaft und Technologie, Bundestagsfraktion DIE LINKE
* Moderation: Katharina Weise, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der »Helle Panke« e.V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin.
Anmeldung an die Helle Panke, per Formular oder per Mail an info [at] helle-panke [dot] de
Kosten: 5 Euro (Essen und Getränke inklusive), Ermäßigung auf Anfrage möglich.
Kontakt: Sabine Nuss, Rosa-Luxemburg-Stiftung, nuss [at] rosalux [dot] de
March 30 2010
Sonntagsfrage für Bremen
Ein seltener Fund: Eine aktuelle Sonntagsfrage für das Bundesland Bremen. Die aktuelle Umfrage wurde von Emnid im Auftrag der Bremer GRÜNEN erstellt und eben bei Wahlrecht.de veröffentlicht.
Bemerkenswert an den Zahlen: unterdurchschnittliche Verluste bei der SPD (unter 2%), Rot-grün behält seine Mehrheit, Gewinne bei der LINKEN etwa in Höhe des bisherigen DVU-Ergebnisses, welches in den Bereich des nicht messbaren fallen würde, ansonsten alles sehr nah am Ergebnis von 2007 (und keine Piraten). Ein solches Ergebnis am Wahltag dürfte allerdings niemand wirklich erwarten - die zwischenzeitlichen Wahlergebnisse sprachen bereits eine andere Sprache (auch wenn eine Vergleichbarkeit nur sehr eingeschränkt gegeben ist: Europa und Bund 2009, siehe Landeswahlleiter): Rot-grün hätte nach dem Trend dieser Ergebnisse demnach auch in Bremen keine Mehrheit mehr.
Die nächsten Landtagswahlen (Bremische Bürgerschaft) stehen im Mai 2011 an und werfen offenbar ihre Schatten voraus. Aber vielleicht bleibt das kleinste Bundesland am Ende die letzte Hochburg der Sozialdemokratie?
Bemerkenswert an den Zahlen: unterdurchschnittliche Verluste bei der SPD (unter 2%), Rot-grün behält seine Mehrheit, Gewinne bei der LINKEN etwa in Höhe des bisherigen DVU-Ergebnisses, welches in den Bereich des nicht messbaren fallen würde, ansonsten alles sehr nah am Ergebnis von 2007 (und keine Piraten). Ein solches Ergebnis am Wahltag dürfte allerdings niemand wirklich erwarten - die zwischenzeitlichen Wahlergebnisse sprachen bereits eine andere Sprache (auch wenn eine Vergleichbarkeit nur sehr eingeschränkt gegeben ist: Europa und Bund 2009, siehe Landeswahlleiter): Rot-grün hätte nach dem Trend dieser Ergebnisse demnach auch in Bremen keine Mehrheit mehr.
Die nächsten Landtagswahlen (Bremische Bürgerschaft) stehen im Mai 2011 an und werfen offenbar ihre Schatten voraus. Aber vielleicht bleibt das kleinste Bundesland am Ende die letzte Hochburg der Sozialdemokratie?
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